Lungenfunktionsprüfung |
Bronchiale Provokation

Ursächlich für ein Asthma bronchiale ist ein überempfindliches (hyperreaktives) Bronchialsystem (s.o.), hierbei können verschiedene Reize Atemnot oder auch Husten auslösen. Zur Diagnostik eines Asthma bronchiale ist die Messung der Überempfindlichkeit der Bronchien entscheidend. Hierzu gibt es verschiedene Verfahren, den Methacholintest, die Kaltluftprovokation, die eukapnische Hyperventilation oder den Belastungstest. Am besten etabliert (und in der internationalen Sportmedizin in der Diagnostik des Asthma bronchiale vorgeschrieben) ist der Methacholintest. Methacholin ist ein Arzneistoff, der dosisabhängig (unter Umständen auch bei gesunden Probanden) zu einer Bronchialverengung führen kann. Zuerst wird unter Ruhebedingungen die Lungenfunktion mittels Bodyplethysmographie (s.o.) gemessen. Dann folgt eine Inhalation der Trägerlösung, um einen Leerwert zu ermitteln. Bei sehr stark reagiblen Patienten können hier bereits deutliche Änderungen der Lungenfunktion zu verzeichnen sein. In einem solchen Fall erübrigt sich die weitere inhalative Provokation. Im Anschluss folgt die stufenweise - mit ansteigender Dosierung - inhalative Applikation der bronchokonstriktiven Substanz Methacholinchlorid beim Patienten mittels Vernebler. Zwischen den einzelnen Stufen (meistens fünf) wird die Einsekundenkapazität (FEV1, s.o.) gemessen und eine Dosis-Wirkungs-Kurve erstellt. Am Schluss der Untersuchung erhalten die Patienten ein Arzneimittel (z. B. Salbutamol) inhalativ verabreicht, um die bronchiale Verengung wieder zu beseitigen (Spasmolysetest). Sobald die Ausgangslungenfunktion wieder erreicht ist, gilt der Methacholintest als beendet.