Lungen- und Bronchialheilkunde |
Hyposensibilisierung/Spezifische Immuntherapie

Mit einer Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie, SIT) soll eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf ein Allergen reduziert werden. Sie wird bei allergischen Beschwerden wie dem Heuschnupfen (saisonale allergische Rhinokonjuktivitis, Link) und bei leichtem und mittlerem allergischen Asthma gegenüber verschiedenen Pollenarten (Gräser, Roggen, Birken, Hasel, Hausstaubmilben, evtl. Tierhaaren und Schimmelpilzen) durchgeführt. Bei Insektengiftallergien gegenüber Bienengift oder Wespengift kann eine Hyposensibilisierung lebensrettend sein und ist daher unbedingt zu empfehlen. Ein Erfolg der Therapie ist an der Verringerung der Beschwerden zu erkennen, im Maximalfall treten diese gar nicht mehr auf.

Es gibt verschiedene Therapieformen:

Subkutane Immuntherapie, SCIT (Goldstandard):
Die Allergene werden unter die Haut gespritzt. Die Dosis wird am Anfang wöchentlich gesteigert (Steigerungsphase, ca. 12 Wochen), die Therapie nach Erreichen der Erhaltungsdosis in regelmäßigen Abständen (Erhaltungsphase, 4-6 Wochen) fortgeführt, damit sich das Immunsystem an das Allergen gewöhnen und die Bildung von Antikörpern reguliert werden kann.

Sublinguale Immuntherapie, SLIT:
Die Allergene werden über die Mundschleimhaut aufgenommen. Die Zuführung erfolgt über Tropfen oder Schmelztabletten. Im Unterschied zur SCIT müssen die Allergene täglich genommen werden. Der Vorteil liegt in der einfachen Einnahme zu Hause.

Die Gesamtdauer der Therapie liegt in der Regel bei 3 (bis 5) Jahren, bei Insektengiftallergien wird teilweise eine lebenslange Therapie empfohlen. Bei wässrigen Präparaten sind sehr viele Injektionen (2-3x pro Woche, bis zu 16 Wochen) bis zur Höchstdosis notwendig, da die Allergene in ihrer ursprünglichen, nativen Form verabreicht werden.